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Pilgern im Mittelalter:
Das Pilgerwesen gehört zu den bedeutendsten Phänomenen der mittelalterlichen Religiosität.
Ohne Unterschied von Stand, Herkunft und Bildung ergriffen alle den Pilgerstab:
Arme und Reiche, Kleriker wie Bauern,
Könige ebenso wie Gelehrte, Männer, Frauen und Kinder.
Wir können davon ausgehen, daß fast jedermann im Hoch- und Spätmittelalter,
je nach Stand und Vermögen, Abkömmlichkeit und Devotion,
mindestens einmal in seinem Leben eine Pilgerfahrt zu einem ferneren oder nahegelegenen Heiligtum unternommen hat.
hier nur ein kleiner Einblick

Wie Ich dazu gekommen bin:
Schon als Kind bin ich gerne durch Wälder und Felder gestreift. Da ich neugierig und verträumt genug war, habe ich meine Füße immer nur bei Botengängen, oder auf dem Schulweg gespürt. Sie haben mich immer schon zu geheimnisvollen Plätzen geführt, zu Burgen, Ruinen, dem Limes, der Saalburg, keltischen Hügelgräbern und mehr.
Damals habe ich mich aber immer weit weg geträumt, in die Wälder Amerikas und Kanadas. Ich war, wie alle, beeinflusst von unseren "Besatzern" oder "Befreiern" (auch sie waren überall in "meinen Wäldern" ) sehr amerikanisch geprägt, fühlte aber natürlich für die Unterdrückten. Dies wiederum ganz im Sinne von unserem Karl May. Ich glaubte mich am falschen Platz zur falschen Zeit geboren und verschlang alles was ich über die Indianer Nordamerikas finden konnte, sah die Welt durch "deren Augen" soweit ein europäisches Kind, das überhaupt kann. Ich war fasziniert von deren "Urwissen" und der Verbundenheit mit den "Urkräften" der Natur.
Erst später, als junge Erwachsene und durch meine Arbeit mit alten Menschen begriff ich, das unsere direkten Vorfahren Bruchstücke ähnlichen Gedankengutes, ebenso geheimnisvolle Bräuche und Rituale durch Jahrtausende in unsere Zeit übernommen haben, oft ohne weiter darüber nachzudenken. ( Ich denke da z.B.: an die Rauhnachtsbräuche, Kräuterweihen, an Wasserrituale und und und..)
Dieses, ich nenne es Urwissen, wurde von der Kirche verändert, aber auch durch Vereinnahmung (Christianisierung) der nicht ausrottbaren Bräuche, erhalten!
Immer mehr wurde mir bewußt, dass wir unseren letzten Rest der eigenen Wurzeln, die Reste unserers eigenen Urwissens, seit Jahren Stück für Stück verlieren.
Gerade in diesem Moment geht vieleicht wieder einer von "unseren Alten", unseren Ahnen- und nimmt wieder eine alte Regel mit, bald verschwunden aus unserer Erinnerung.
Dies war ein sehr wichtiger Grund, welcher mich zur "Mittelalterszene" und historische Märkte führte. Bei der Suche nach einer Identität in dieser Szene, stößt mir immer mehr auf, das die christliche Gewichtung hier viel zu kurz kommt, sich inzwischen unverhältnismäßig viel "Heidenvolk" tummelt, was der damaligen Zeit und dem damaligen Denken in keiner Weise gerecht wird. Zur gleichen Zeit beschäftigte ich mich mit der Pilgerei.
Ich habe schon als 18 jährige davon geträumt den Jakobusweg zu gehen und bin auf der Suche nach einem notwendigen Ausgleich zu meinem Beruf und Alltagsleben, auf die Einladung einer ökomenischen Pilgergruppe aus der heutigen Zeit gestoßen. mehr dazu hier
Hier erfuhr ich viel über das Leben der Elisabeth von Thüringen, aber auch Ergänzendes über die damalige Zeit und die so sehr christlichen Prägung des gesamten Lebens, ja aller Lebensbereiche.
Obwohl das Pilgerwesen zu Zeiten der Elisabeth von Thüringen und des Franz von Assisi fast noch in den "Kinderschuhen" steckte, entdeckte ich hierbei erst das wirkliche Ausmaß der Pilgerei in der damaligen Zeit und nahm erstaunt wahr, was sich heute auf dem Jakobsweg tummelt.
So schien mir die Figur einer Pilgerhändlerin doch als eine ausgesprochen passende und logische Verbindung, zwischen dem Vergangenen u. Gegenwärtigen, zwischen allen meinen Lebensbereichen, zumal auf den alten wegen Wegen auch reger Handel betrieben wurde.
zum Pilgerhandel